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Breitbandpaten: Knotenpunkte im Kommunikationsnetzwerk

Digitale Infrastruktur

Sie sind sozusagen die lokalen Botschafter der Digitalagentur Thüringen: Jene 24 Frauen und Männer, die vor Ort in den Landkreisen und kreisfreien Städten dafür sorgen, dass der Breitbandausbau im Freistaat weiterhin zügig vorankommt. Dabei übernehmen die Breitbandkoordinatoren – auch Breitbandpaten genannt – eine Vielzahl von Aufgaben.

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Egal, ob öffentlich gefördert oder eigenwirtschaftlich – der Breitbandausbau in Thüringen bedeutet vor allem: viel Arbeit, viele Investitionen, viele Baustellen, viele Beteiligte, viele Interessen. Gut, wenn es jemanden gibt, der den Überblick behält, Kontakte zu allen Beteiligten hat und so dafür sorgen kann, dass alle Maßnahmen optimal aufeinander abgestimmt sind.

 

Die Breitbandpaten machen genau das. In ihrer Stadt oder ihrem Landkreis sind sie der zentrale Ansprechpart­ner für alle Belange des Breitbandausbaus – und damit der wichtigste „Knoten“ im Netzwerk aus Kommunen und Bürgern, Telekommunikationsunternehmen (TKU) und Baufirmen, der Thüringer Glasfasergesellschaft, Fördermittelgebern auf Landes- und Bundesebene. Sie geben Informationen weiter, organi­sieren die Kommunikation und bringen entsprechende Projekte ins Rollen.

Veröffentlichen etwa der Bund (via Gigabitbüro) oder das Land (via Digitalagentur Thüringen) neue Richtlinien, Handlungshilfen oder Ähnliches (vgl. Seite 6f.), sind es die Breitbandpaten, die diese an die kommunalen Ver­antwortlichen weiterleiten. Um sich selbst immer auf dem Laufenden zu halten und den Wissenstransfer wei­ter zu optimieren, nehmen die Breitbandpaten beispiels­weise an Workshops des Gigabitbüros teil.

Als Bindeglied fungieren die Breitbandpaten auch in umgekehrter Richtung, etwa beim sogenannten „Weiße-Flecken-Programm“ des Bundes. In den hier noch laufen­den Projekten bereiten die Breitbandpaten den Abruf der Fördermittel vor, indem sie die Ausbau-Dokumentationen der TKU so aufbereiten, wie sie die Fördermittelgeber zur Prüfung benötigen.

Noch sind längst nicht alle „weißen Flecken“ auf Thürin­gens Landkarte beseitigt. Unterversorgte Adressen zu identifizieren, ist ebenfalls Aufgabe der Breitbandpaten. Die fraglichen Stellen werden nach Möglichkeit in bereits definierte Projektgebiete integriert. Für die entsprechen­den Änderungsanträge an die Fördermittelgeber sind die verantwortlichen Kommunen zuständig. Im „Graue-Flecken-Programm“ sind die Breitbandpaten mit ihren Kenntnissen zu bereits ausgebauten oder noch im Ausbau befindlichen Infrastrukturen wichtige Partner der Thüringer Glasfasergesellschaft.

Beim eigenwirtschaftlichen Ausbau ist es wichtig, dass die Breitbandpaten die Aktivitäten der TKU in ihrem Landkreis gesamtheitlich koordinieren, um so ein mög­lichst flächendeckendes Glasfasernetz zu realisieren. Dafür bereiten sie Informationen zu bereits bestehenden oder laufenden Ausbauprojekten für die TKU auf oder gleichen diese mit den Ausbauplänen des jeweiligen TKU ab.

Als neutraler Partner unterstützen die Breitbandpaten auch die Kommunikation zwischen den TKU und den Kommunen. Wollen sich TKU bei kommunalen Vertretern vorstellen, öffnen sie ihnen entsprechende Kommunika­tionskanäle. Um die gebündelten Ausbauabsichten der TKU im Landkreis zu kommunizieren, organisieren die Breitbandpaten Netzwerktreffen vor Ort mit den Bürger­meistern, den TKU, dem Thüringer Ministerium für Wirt­schaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft und der Digitalagentur Thüringen.

Nicht zuletzt unterstützen die Breitbandpaten die Kom­munen auch beim Mobilfunkausbau. Hier fungieren sie primär als Multiplikator für die Verfahren zur Errichtung der Masten. Sollte es Interessenkonflikte zwischen Bür­gern und Netzbetreibern geben, sind ebenfalls die Breit­bandpaten als Vermittler gefragt.

Liste der aktuellen Breitbandkoordinatoren pro Region:
www.digitalagentur-thueringen.de/digitale-infrastruktur/breitbandkoordinatorinnen


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