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Digitaler Aufbruch für Deutschland: die Gigabitstrategie

Digitale Infrastruktur

Glasfaserkabel bis ins Haus und den neuesten Mobilfunkstandard überall dort, wo Menschen leben, arbeiten oder unterwegs sind: Das ist das Ziel der Gigabitstrategie, die die Bundesregierung am 13. Juli 2022 verabschiedet hat. Bis 2030 soll es erreicht sein. Lesen Sie, wie das Bundesministerium für Digitales und Verkehr dies schaffen will.

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Schon bis Ende 2025 sollen mindestens 50 Prozent aller Haushalte und Unternehmen Glasfaser nutzen können. Beim Mobilfunk ist eine flächendeckende Versorgung für alle Endnutzer bis möglichst Ende 2026 angestrebt. Was den notwendigen Ausbau der digitalen Infrastruktur angeht, sieht die Bundesregierung vor allem die Telekommunikationsunternehmen – vorrangig durch den eigenwirtschaftlichen Ausbau (EWA) – in der Pflicht. Um diesen schneller und effizienter zu machen, setzt die Gigabitstrategie an mehreren Punkten an, die auch eine gezielte Förderung in den Blick nehmen:

  • Einfachere und schnellere, weil digitalisierte Genehmigungsverfahren: Die Länder Rheinland-Pfalz und Hessen entwickeln ein Antrags- und Genehmigungsportal, welches schrittweise auch in den übrigen Ländern ausgerollt werden soll.

  • Mehr Akzeptanz und bessere Bedingungen für neue Verlegetechniken: Diese Maßnahme zielt auf Kommunen und Unternehmen der Baubranche. Geplant sind u. a. Pilotprojekte für die oberirdische Verlegung und die Absicherung von Kostenrisiken bei mindertiefer Verlegung.

  • Mehr Transparenz durch das neue Gigabit-Grundbuch: Die neue zentrale Datenplattform bündelt alle für den Ausbau wichtigen Informationen (Daten, Karten, weiterführendes Informationsmaterial) und macht sie für alle Nutzergruppen verfügbar. Bereits bestehende Geoinformationssysteme (Breitbandatlas, Infrastrukturatlas) dienen als Grundlage, in die weitere Datenbestände und Datenbank-Funktionalitäten integriert werden, etwa aus der Festnetz- und Mobilfunkförderung.

  • Übergang von Kupfer- auf Glasfasernetze für Wirtschaft und Verbraucher: Was dafür wichtig ist und wie der Übergang am besten zu gestalten ist, erörtert das neue Gigabitforum. Um den Bürgern die Vorteile glasfaserbasierter Internetzugänge nahezubringen, setzt die Bundesregierung auf Informations- und Kommunikationskampagnen wie schon „Deutschland spricht 5G“, flankiert von einem breiten Dialogangebot.

  • Gezieltere Förderung und Beschleunigung von Ausbaumaßnahmen: Es kann in Gebieten gefördert ausgebaut werden, in denen der Markt dies nicht selber gewährleistet. Ziel der Bundesregierung ist daher die optimale Verzahnung von eigenwirtschaftlichem und gefördertem Ausbau, um einem Wettkampf um knappe Tiefbauressourcen vorzubeugen. Hierfür wir der Bund den Netzausbau in Deutschland genau beobachten und evaluieren.
  • Bessere Mobilfunkversorgung auch an Bahnstrecken und anderen Verkehrswegen, vor allem im ländlichen Raum: Im Fokus stehen Bundesfernstraßen, aber auch das nachgeordnete Straßennetz sowie Schienen- und Wasserwege. Hier sollen zum Beispiel schnellere Genehmigungsverfahren die technische Aufrüstung insbesondere von Eisenbahntunneln erleichtern.
  • Zukunftssichere digitale Infrastruktur dank nachhaltiger und widerstandsfähiger Netze: Dafür braucht es klare Kriterien, neue Lösungen und konkrete Vorschläge für die ausführenden Unternehmen.
  • Mehr Innovationskraft für Deutschland: Förderverfahren werden fortlaufend auf Beschleunigungsmöglichkeiten geprüft und Initiativen zur Fachkräftegewinnung für den Glasfaserausbau im In- und Ausland gefördert.

Die Ergebnisse einer bundesweiten Potenzialanalyse für den eigenwirtschaftlichen Ausbau werden noch im Jahr 2023 veröffentlicht. Die Gigabitstrategie der Bundesregierung im Wortlaut finden Sie unter bmdv.bund.de auf der Website des BMDV.

Themenbezogene Fragen zur Breitbandversorgung, den Nutzen von Glasfaseranschlüssen oder Möglichkeiten der Förderung können an die Digitalagentur Thüringen als zentrale Ansprechpartnerin für Digitales in Thüringen gerichtet werden.


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